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Immobilien Ungarn | Wirtschaftsinfo

Regionaler Wirtschaftsüberblick


Ungarn ist entsprechend dem einheitlichen Territorialen Statistischen Klassifizierungssystem (NUTS-Noménclature des unités territoriales statistiques) in sieben Regionen eingeteilt, die wiederum aus zwei bis drei Verwaltungsbezirken, den so genannten Komitaten, bestehen. Der regionale wirtschaftliche Status ist durch die deutliche Dominanz der Hauptstadt Budapest, in der fast 1/5 der gesamten Bevölkerung lebt, und durch den dynamischen Aufwärtstrend in den westlichen Landesteilen im Gegensatz zur trägen bzw. stagnierenden Entwicklung im Osten des Landes gekennzeichnet. Die bestehenden Unterschiede haben sich seit 1989, unterstützt auch durch den Zufluss ausländischer Direktinvestitionen, noch verschärft.

Gliederung:

  1. Mittelungarn
  2. Mittel-Transdanubien
  3. West-Transdanubien
  4. Süd-Transdanubien
  5. Nordungarn
  6. Nördliche Tiefebene
  7. Südliche Tiefebene

 

Mittelungarn | Landkarte | nach oben

Die Region Mittelungarn umfasst den Hauptstadtbezirk und das Komitat Pest. Mit über 2,8 Mio. Einwohnernhandelt es sich nicht nur um die bevölkerungsreichste, sondern auch um die wirtschaftlich stärkste Region. Obwohl hier nur 28 % der Bevölkerung leben, werden 43 % der gesamten Wirtschaftsleistung Ungarns in dieserRegion erzeugt. Von den rund 320.000 Unternehmen des Landes sind sogar 48 % in Mittelungarn registriert. Mit nur 4 % ist die Arbeitslosenquote die geringste in Ungarn. Allerdings liegt der Bruttomonatslohn mit fast 500 Euro um beinahe 20 % über dem Landesdurchschnitt. Die Führungsposition der Region Mittelungarn hängt klar damit zusammen, dass die Hauptstadt Budapest ein Teil davon ist. Die Stadt ist die Drehscheibe des ungarischen Verkehrssystems und eines relativ hoch entwickelten Wirtschafts-, Finanz- und Wissenschaftssektors, was aus Budapest eines der wichtigsten regionalen Zentren desgesamten östlichen Mitteleuropas macht. Budapest ist auch der wichtigste Markt des Komitats Pest, von wo mehrals die Hälfte der Arbeitnehmer in die Hauptstadt einpendeln. Aufgrund der Nähe zu Budapest konnte sich im Komitat Pest eine relativ gut entwickelte Industrie und marktorientierte Landwirtschaft herausbilden.


Mittel-Transdanubien | Landkarte | nach oben

Die Region umfasst die drei Komitate Fejér, Komárom-Esztergom und Veszprém und ist eines der sich am dynamischsten entwickelnden Gebiete Ungarns. Das BIP pro Kopf erreicht mittlerweile mit knapp über 5.100 Euro genau den gesamtungarischen Durchschnitt. Die günstige geografische Lage, qualifizierte Arbeitskräfte und die vergleichsweise gut ausgebaute Infrastruktur haben sich bereits in der Vergangenheit investitionsfördernd ausgewirkt. Dennoch ist ein weiterer Ausbau der Infrastruktur (Telekommunikation, Straßen- und Schienennetz), des Dienstleistungssektors sowie der Forschungs- und Entwicklungskapazitäten in dieser Region eine wichtige zukünftige Herausforderung, um die hohe Wirtschaftsdynamik erhalten zu können.


West-Transdanubien | Landkarte | nach oben

Die Region Westungarn setzt sich aus den drei Komitaten Györ-Moson-Sopron, Vas und Zala zusammen. Angesichts der geografischen Lage ­ die Region liegt an der Grenze zu Österreich, der Slowakei, Slowenien und Kroatien ­ spricht man vom „Tor zum Westen". Die Region gilt als die am zweithöchsten entwickelte Ungarns nach Mittelungarn. Charakteristisch sind die gut ausgebildeten Arbeitskräfte und die hohe Wettbewerbsfähigkeit in der Maschinenbauindustrie, der Leichtindustrie und der Nahrungsmittelverarbeitung.

Hervorzuheben ist das Komitat Györ-Moson-Sopron, das eine starke Anziehung auf ausländisches Kapital ausübt. Nach Budapest und Pest weist es die dritthöchste Zahl von Joint Venture-Unternehmen in Ungarn auf. Viele multinationale Unternehmen haben sich hier angesiedelt. Die Qualität des Straßennetzes der Region entspricht allerdings nicht ganz ihrem wirtschaftlichen Entwicklungsstand. Die Fertigstellung der Ringstraße um Györ und der Autobahn M1 bis zum österreichischen Grenzübergang hat die Verkehrssituation nur partiell entspannt. Das Schienennetz ist relativ dicht, aber besonders im Komitat Zala noch unterentwickelt. Auch die Wasser- und Luftverkehrswege bedürfen einer Modernisierung.


Süd-Transdanubien | Landkarte | nach oben

Zwischen den drei Komitaten der Region, Baranya, Somogy und Tolna, bestehen deutliche Unterschiede hinsichtlich des wirtschaftlichen Status. Generell beträgt die Wirtschaftsleistung nur 75 % des gesamtungarischen Durchschnitts. In der nahen Vergangenheit haben auch die militärischen Auseinandersetzungen im direkt angrenzenden Jugoslawien die Entwicklung negativ beeinträchtigt und die Attraktivität für ausländisches Kapital verringert. Die Stadt Paks, wo sich das einzige ungarische Kernkraftwerk befindet, und das Gebiet um den Plattensee sind von wirtschaftlicher Bedeutung. Der Ausbau der Infrastruktur, insbesondere der Verkehrswege, ist für die Weiterentwicklung der Region von entscheidender Bedeutung.

Nordungarn | Landkarte | nach oben

Diese Region, die aus den Komitaten Borsod-Abaúj-Zemplén, Heves und Nógrád besteht, hat als das sogenannte „Ruhrgebiet" Ungarns mit der Strukturkrise der Schwerindustrie nach Beginn der wirtschaftlichen Veränderungen hart zu kämpfen. Die Arbeitslosigkeit erreicht den höchsten Wert Ungarns. Daraus ergibt sich allerdings auch eine der Stärken der Region: Eine qualifizierte Arbeitnehmerschaft steht zu niedrigen Lohnkosten zur Verfügung und voll erschlossene Industriestandorte sind vorhanden. Für die Tourismusindustrie bietet sich zudem ein großes Potenzial, da vielfältige touristische Attraktionen und nur teilweise genutzte Naturressourcen bestehen.


Nördliche Tiefebene | Landkarte | nach oben

Diese Region ist die wirtschaftlich am schwächsten entwickelte Region Ungarns. Die Kluft gegenüber denanderen Regionen ist in den letzten Jahren sogar noch angewachsen. Während 1994 das BIP pro Kopf immerhinnoch 75 % des gesamtungarischen Werts betragen hat, sank es mittlerweile auf nur noch 63 %. Die Region ist stark landwirtschaftlich orientiert und verfügt über eine nachgeordnete Nahrungsmittelindustrie sowie eine entwickelte pharmazeutische Industrie. Ein mögliches Entwicklungspotenzial dieser Region mit einer mangelhaften Infrastrukturausstattung liegt in der Brückenbildung zwischen West und Ost. Durch die Schaffung spezieller Unternehmerzonen und Industrieparks mit steuerlichen Begünstigungen werden Investoren angesprochen.


Südliche Tiefebene | Landkarte | nach oben

Die südliche Tiefebene ist die größte Region des Landes. Die Landwirtschaft und die nachgeordnete Nahrungsmittelindustrie spielen eine wichtige Rolle. Neben dem Tourismus, der durch saubere Gewässer und Naturschutzgebiete punkten kann, bietet sich die Möglichkeit diese Region als Tor zum Balkan zu etablieren.

   
   
   
   
   
   
   
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